23.01.2018

Terminologiemanagement als wichtiges Hilfsmittel für eine effiziente Kommunikation

Heutzutage treffen wir überall auf den Begriff „Management“. Alles wird „gemanagt“, Probleme, Krisen, Veränderungen, Finanzen usw. Jetzt also auch noch die Terminologie. Was verstehen wir unter Terminologiemanagement und wie können Terminologiedatenbanken unsere Arbeit unterstützen?

 

Qualitativ hochwertige Produktinformationen und ein einheitliches Auftreten nach außen – ein aktuelles Thema in vielen Unternehmen

Mit einem professionell und streng definierten Terminologiemanagement schaffen Unternehmen schlanke, effiziente Prozesse und reduzieren langfristig den Nachbearbeitungsaufwand der Produktdokumentationen. Sie legen auch die Voraussetzung dafür, dass diese Informationen unternehmensweit konsistent sind und in allen Niederlassungen auch im Ausland verstanden werden.

Die internationale Norm IEC/EN 82079-1 – Erstellen von Gebrauchsanleitungen – schreibt allgemeine Prinzipien und detaillierte Anforderungen an die Gestaltung und Formulierung aller Arten von Anleitungen vor, ob für ein kleines Produkt oder sehr große und komplexe Produkte.

Dabei gilt diese Norm für alle Parteien, die an der Erarbeitung dieser Anleitungen beteiligt sind, von den Herstellern und technischen Redakteuren bis hin zu Softwareentwicklern und technischen Übersetzern. Wichtige Forderungen dieser Norm sind die Durchgängigkeit (Konsistenz) sowie die Angemessenheit (Adäquatheit) der Fachterminologie in den produktbegleitenden Informationen.

 

Terminologiemanagement zur Verwaltung der Fachbegriffe in einem Unternehmen

Um dieser Anforderung nach Konsistenz und Adäquatheit gerecht zu werden, hat sich ein aktives Terminologie-Management als sehr hilfreich erwiesen. Dies beinhaltet grundsätzlich:

  • erstmalige Ausrichtung auftretender Fachbegriffe und Textbausteine an die Unternehmenssprache (Corporate Language)
  • Bereinigung und Pflege von firmenspezifischer Terminologie
  • Mehrsprachige Terminologie-Erstellung
  • Integration von Terminologiedatenbanken in Redaktionssysteme

Die Terminologiedatenbanken können einfache Wortlisten und individuelle Glossare mit ausschließlich linguistischen Informationen, aber auch umfangreich strukturierte Thesauri mit fachlichen Informationen und Kontextbeispielen sein.

Diese Terminologiedatenbanken unterstützen die redaktionelle Arbeit in den Unternehmen, indem sie z. B. einheitliche, eindeutige und vom Unternehmen bestätigte Fachbegriffe vorschreiben. Damit stehen allen Beteiligten die branchentypischen oder unternehmensspezifischen Fachbegriffe zur Verfügung, idealerweise mit weiteren Informationen zur Verwendung im Kontext, eventuellen Erläuterungen z.B. zu Abkürzungen usw. versehen sind.

Die Fachterminologie ist an einem zentralen Ort gespeichert, auf den die entsprechenden Benutzer von jedem Standort aus zugreifen können. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Einhaltung der oben genannten Norm sowie für eine effiziente Arbeit der technischen Redakteure zur Erstellung der Unternehmensdokumentation.

 

Vorteile der Nutzung von Terminologiedatenbanken für den Übersetzungsprozess

Grundstein für einen reibungslosen Übersetzungsprozess:

Die bei den Unternehmen vorhandenen Terminologiedatenbanken ermöglichen einen reibungslosen und schnellen Übersetzungsprozess.

Damit werden nicht nur die verschiedensten Unternehmensdokumentationen einheitlich verfasst, sondern auch der Grundstein für eine einheitliche Übersetzung dieser Dokumente in die jeweiligen Sprachen gelegt.

Standardisierte und konsistente Dokumentation:

Eine standardisierte und einheitliche Verwendung von Begrifflichkeiten erfolgt nicht erst bei der Übersetzung, sondern bei der Erstellung der Ausgangstexte.

Der Vorteil liegt also in der Standardisierung der Dokumentationen in der Quell- und Zielsprache sowie dem Einsatz der Terminologie-Datenbank als CAT-Tool (englisch: Computer-Assisted Translation) für den Übersetzungsprozess mit Hilfe von Translation-Memory-Systemen. Wichtig ist dabei natürlich die Pflege dieser Datenbank, damit diese stets auf dem aktuellen Stand ist.

Preiseinsparungen und hohe Übersetzungsqualität:

Das ist eine gute Voraussetzung von Seiten des Unternehmens für eine Straffung (keine aufwändige Suche nach dem richtigen Fachbegriff) und Automatisierung des Übersetzungsprozesses (Einsatz der Terminologie-Datenbank im entsprechenden Format als CAT-Tool bei der Übersetzung), was zur Einsparung von Zeit und Kosten für die technische Übersetzung sowie Vermeidung von Übersetzungsfehlern und Diskrepanzen führt.

Unternehmensweit Konsistente Übersetzungen:

Ein weiterer Vorteil der Terminologiedatenbanken liegt in der Überprüfung der technischen Übersetzung auf Konsistenz. So wird anhand der vorliegenden Terminologieliste überprüft, ob in der übersetzten Dokumentation verschiedene Übersetzungsvarianten für einen Begriff im Quelltext verwendet wurden.

Hier haben wir zum Beispiel das Wort „Umlaufkontrolle“. Ins Französische wurde es so übersetzt:

DE: Umlaufkontrolle
FR: Contrôle de rotation

…doch in der übersetzten Dokumentation ist auch den Fachbegriff Contrôle de circulation zu finden.

Wie lautet denn jetzt die richtige Übersetzungsvariante? Um diese Probleme in Zukunft zu vermeiden, ist die Lösung der Einsatz einer Terminologiedatenbank. Terminologielisten und Glossare dienen der Erkennung von inkonsistenten Übersetzungen, erhöhen die Übersetzungsqualität und tragen zur Einhaltung der oben genannten internationalen Norm bei.

 

Ihr Techni-Translate-Team

 

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